Die 7 „Todsünden“ des Webdesign

Nun ja, Todsünden sind vielleicht ein bisschen zu dick aufgetragen. Was ich hier noch einmal aufgreifen möchte sind Dinge die mir fast täglich auf Webseiten begegnen; kleinere aber auch größere Fehler die eigentlich nicht sein müssten. Dabei geht es weniger um Geschmacksfragen wie bunte Farben, grelle Kontraste oder ähnliches sondern um ganz praktische Dinge.

1. Schlechte Navigation

Besucher kommen sehr häufig direkt von den Suchmaschinen auf eine einzelne Seite. Auf einer gut gemachten Webseite sollte jederzeit klar sein wo man sich befindet, um was für eine Seite es sich handelt  und wie man von dort zurück zur Startseite oder zu den anderen Bereichen der Webseite kommt. Mir begegnen immer noch häufig Webseiten bei denen es keine Hervorhebung der aktiven Menu und Kategorie-Punkte gibt. Dies zu machen ist nicht sehr schwer und gehört für mich zu den absoluten Basics der Benutzerführung. Zur besseren Orientierung der Besucher dienen auch ein Breadcrumb-Navigationspfad und eine Sitemap.

2. Fluide Layouts

Unsere Lesegewohnheiten stammen aus den Printmedien. Zeitungen und Zeitschriften drucken ihre Texte im Spaltensatz. Das ist lesefreundlich und für das Auge angenehm, da der Anschluss an die nächste Zeile so nicht schwer fällt. Bei Webseiten deren Content sich dem Browserfenster anpasst, kann bei größeren Bildschirmauflösungen gewiss nicht mehr von Lesefreudlichkeit gesprochen werden. Es ist anstrengend zu lesen und der Anschluss an die nächste Zeile fällt schwer. Als Benutzer muss man erstmal das Browserfenster auf eine angenehme Größe ziehen. Ich glaube aber, dass die meisten Benutzer ihre eigene Standardgröße bevorzugen und nicht ständig  die Größe des Browserfenster verändern wollen; schließlich surft man ja täglich verschiedene Webseiten ab.

3. Kleine Schriften

Auf vielen Webseiten ist meiner Meinung nach die Standardgröße der Schrift zu klein. Sicher, man kann sich die Schrift ja per Browser vergrößern; dies verändert aber das gesamte Erscheinungsbild der Webseite. Außerdem zerschießt dies bei einigen Seiten das gesamte Layout welches dafür nicht vorbereitet war, oft schon nach einer Zoomstufe. Besser man bietet den Lesern von vornherein eine angemessen große Schriftgröße.

4. Dunkle Hintergründe

Ich gebe zu, dass schwarze oder dunkle Hintergründe durchaus schick sein können. Bei Webseiten mit wenig Texten oder Fotos und Videos mag dies ja noch angehen. Bei längeren Texten ist dies für mich allerdings ein absolutes Tabu. Es ist einfach viel zu anstrengend für das Auge. Ich persönlich weigere mich dies meinen Augen anzutun; es müsste sich schon um absoluten „Killer-Content“ handeln.

5. Nichtsagende Startseiten

Immer noch weit verbreitet sind Startseiten auf denen es nur ein Logo oder eine Intro-Animation gibt. Ich denke dass angesichts des Informationsüberangebots im Internet den Besuchern Zeit und Lust fehlt sich mit „SchnickSchnack“ aufzuhalten. Die Startseite ist außerdem  die wichtigste Seite für die Suchmaschinen. Wenn es hier kein „Futter“ für sie gibt, wird viel Potential verschenkt.

6. Veraltete Techniken

Frames: Sollte eigentlich nicht mehr erwähnt werden, sieht man trotzdem immer noch gelegentlich. Absolutes Tabu. Tabellenlayouts: Scheint so schnell auch nicht totzukriegen sein. Keine Crossbrowser-Optimierung:  Optimiert für…; auch ein alter Hut. Eine Webseite sollte natürlich auf allen Browsern und Plattformen annähernd gleich dargestellt werden.

7. Keine Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinenoptimierung ist ja eine recht komplexe Materie. Einige Basics sollte aber jede Webseite aufbieten. Dazu gehört zumindest ein eindeutiger, aussagekräftiger Title, eine prägnante description, ein paar Keywords und idealerweise eine „sprechende URL“. Es liegt im eigenen Interesse bei Suchmaschinen gut auffindbar zu sein und populär gelistet zu sein. Um so verwunderlicher das trotzdem einige Webseiten davon keinen Gebrauch machen möchten.

2 Gedanken zu „Die 7 „Todsünden“ des Webdesign

  1. Der Titel ist schon etwas übertrieben und unpassen – das haben Sie aber selbst bemerkt.

    Andere Todsünden wären demnach:

    – Schwaches Kontrastverhältnis von Schrift zu Hintergrund
    – Ablenkende, unpassende Design-Elemente wie Sternchen, Käfer, Gif-Animationen
    – DIV-Boxen, über die der Content hinausragt, da Content nicht umgebrochen wird
    – Viel zu große Header, bei denen man den Content auf kleineren Bildschirmen erst viel zu tief antrifft
    – Image-Bilder aus Buddelkiste wie fotolia mit Models, die man schon von anderen Webseiten her kennt
    – Schlecht nachgemachte Web2.0-Layouts, bei denen das Spiegelungsprinzip nicht glaubhaft rüberkommt oder aufgesetzt wirkt

    So könnte ich unentwegt weiter Todsünden an einander reihen. Aber nichts desto trotz, ein guter Artikel mit zutreffenden Punkten.

  2. Danke für die Ergänzung. Ja, die Fehler die man machen kann sind zahlreich. Angesichts der komplexen Anforderungen an eine Webseite sollte man aber auch ein wenig Nachsicht walten lassen. Es sind eben sehr viele Details auf die man achten muss. Wenn man eine Seite in Eigenregie erstellt kann schon mal das eine oder andere übersehen werden.

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